Erste Solartankstelle in Betrieb.

Mainburg: Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Bis zum Jahre 2020 sollen mindestens eine Million Fahrzeuge mit dieser Technik auf Deutschlands Straßen verkehren. Die Weichen hierzu werden heute gestellt. Die Firma Stuber Energie & Sonnen GmbH gehört in diesem Zusammenhang zu den Vorreitern. Auf dem Firmengelände im Süden der Hopfenstadt hat sie die erste Solartankstelle in Betrieb genommen, die fortan zum Auftanken sämtlicher Elektrofahrzeuge genutzt werden kann.

Einen Tag nach der ersten Hallertauer Elektroauto-Schau im Hause schaute dazu am Montag Landtags- abgeordneter Tobias Reiß zusammen mit seinem Kollegen Martin Neumeyer vorbei. Reiß, Vorsitzender der Energiekommisssion des Landtags und energiepolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, ließ sich von Firmenchef Albert Stuber das Konzept erklären und schritt vor der öffentlich zugänglichen Zapfsäule im Freien zum Tanken der Elektrofahrzeuge.

Stuber - auch im „Stromtreter“- Programm involviert verfügt mittlerweile über zwei Autos in seinem Fuhrpark. Neben einem Mitsubishi nimmt man an einem Großflächenversuch von Mercedes teil. Zum Einsatz kommt dabei ein A-Klassen Fahrzeug. Die Autos haben derzeit eine Reichweite von maximal 200 Kilometer pro Ladung. Tankstellen im Landkreis finden sich neben dem Standort Mainburg bisher in Neustadt und Kelheim, Pläne sind im Internet abrufbar.

Gespeist wird die Elektrozapfsäule im übrigen mit Strom aus der Sonne via Photovoltaikanlage. Das Betanken an sich kommt dem an normalen Tankstellen gleich. Der Kunde bekommt auf Anfrage eine Chipkarte, die sich an der Säule einfach einlesen lässt. Mit einem Stecker lässt sich das Auto anschließen und auftanken. Der Nachteil: Der Ladevorgang zieht sich bis zu 16 Stunden in die Länge.

Am Rande des Termins wurde von Firmenseite auch deutliche Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung laut. „Es würde uns deutlich besser gehen, wenn Fukushima nicht gewesen wäre“, vertritt Albert Stuber die These und machte dies anhand eigener Umsatzzahlen fest, die sich mittlerweile bei einem Drittel des erreichten Spitzenwertes einpendeln. Er plädierte für eine dezentrale Energieversorgung und eine regionale Wertschöpfung. Bei den großen Energieversorgern herrsche mittlerweile Willkür und Chaos. Nach dem beschlossenen Atomausstieg würden diese nun selbst in das Geschäft mit den erneuerbaren Energien einsteigen.

Tobias Reiß wusste um den Boom und den Zubau mit Photovoltaikanlagen in den vergangenen beiden Jahren, was die Politik nun mit der Änderung des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) zu reglementieren versuche. Dennoch hielt er die Vorgehensweise für „handwerklich nicht in Ordnung“. Die Politik stelle sich in dieser Frage nicht mehr verlässlich dar. Unternehmer wie Investoren würden unter mangelnder Planungssicherheit leiden.